Super Mario Galaxy am PC spielen: Dolphin-Guide
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Super Mario Galaxy hat 2007 einen Metacritic-Score von 97 eingefahren — höher als fast alles, was die Wii sonst zu bieten hatte. Im Dolphin-Wiki steht der Titel als „playable", also durchspielbar, und die Performance ist auf halbwegs aktueller Hardware tatsächlich das kleinste Problem. Der eigentliche Knackpunkt sitzt woanders: Galaxy wurde komplett um den Wiimote-Pointer herum gebaut, und wie gut die PC-Version deines Lebens wird, hängt davon ab, womit du diesen Pointer ersetzt.
Warum der Pointer hier kein Detail ist
Bei vielen Wii-Spielen ist die Bewegungssteuerung Beiwerk, das man wegmappen kann. Bei Galaxy nicht. Du sammelst Sternenteile, indem du mit dem Cursor über den Bildschirm fährst. Du schießt sie auf Gegner. Du ziehst Mario mit dem Pointer von Stern zu Stern durch die Pull-Star-Passagen, und in einigen Leveln balancierst du auf einer Kugel, die komplett über die Wiimote-Neigung gesteuert wird. Dazu kommt der Drehangriff, der auf der Wii durch Schütteln der Fernbedienung ausgelöst wird.
Das heißt: Wer Galaxy in Dolphin startet und einfach einen Xbox-Controller anschließt, steht erst mal vor einem halben Spiel. Die gute Nachricht ist, dass Dolphin für jedes dieser Probleme eine Lösung hat. Die ehrliche Nachricht: Nicht alle Lösungen fühlen sich gleich gut an.
Drei Wege, die Wiimote zu ersetzen
Echte Wiimote per Bluetooth. Die beste Option, ohne Diskussion. Dolphin unterstützt originale Wii-Fernbedienungen, du brauchst nur einen Bluetooth-Adapter und eine Sensorleiste (oder einen Nachbau mit USB-Stromversorgung). Damit spielt sich Galaxy exakt wie auf der Konsole, nur eben in HD statt in 480p. Wenn noch eine Wii bei dir im Schrank liegt, liegt die Wiimote daneben — nutz sie.
Maus und Tastatur beziehungsweise Maus plus Controller. Dolphin kann den Pointer auf die Maus legen und das Schütteln auf eine Taste. Funktioniert, und für die Sternenteil-Sammelei ist die Maus sogar präziser als die Wiimote. Aber die Kugel-Level und einige Bewegungspassagen fühlen sich damit nach Werkzeug an, nicht nach Spiel. Ich habe Galaxy auf diese Weise einmal komplett durchgespielt: Es geht, die Pull-Star-Abschnitte gehen mit der Maus sogar erstaunlich gut, aber den Charme der Originalsteuerung erreicht das Setup nie ganz.
Controller mit Gyro-Sensor. Ein DualShock 4, DualSense oder Switch-Pro-Controller kann in Dolphin seine Bewegungssensoren an die emulierte Wiimote durchreichen. Das ist der beste Kompromiss, wenn keine echte Wiimote greifbar ist: Pointer per Gyro, Schütteln per echtem Schütteln oder Tastendruck. Die Einrichtung kostet ein paar Minuten in den Controller-Profilen, lohnt sich aber.
Dolphin-Setup: von der Disc ins Spiel
Dolphin braucht kein BIOS — installieren, Grafik-Backend wählen, loslegen. Das Spiel selbst dumpst du von deiner eigenen Disc; mit einer halbwegs aktuellen Wii und Homebrew ist das in einer halben Stunde erledigt. Download-Quellen für fertige Images sind in Deutschland rechtlich keine Option, und ich verlinke sie aus gutem Grund nicht.
Für Galaxy konkret reichen wenige Einstellungen. Interne Auflösung auf 3- bis 4-fach stellen, denn das Spiel rendert nativ in 480p und gewinnt durch Upscaling enorm. Die Wii war technisch ein aufgebohrter GameCube mit einem IBM Broadway bei 729 MHz, entsprechend genügsam sind die Anforderungen: Ein Mittelklasse-PC der letzten Jahre stemmt Galaxy in 4K, ohne ins Schwitzen zu kommen. Falls du wissen willst, wie es generell um die Emulation der Konsole steht, lohnt der Blick auf die Wii-Übersichtsseite und in unseren Kompatibilitäts-Check.
Der Status „playable" im Dolphin-Wiki bedeutet bei Galaxy übrigens nicht, dass ständig etwas kaputt ist. Es bedeutet, dass vereinzelt Grafikfehler oder kleine Macken auftreten können, je nach Version und Einstellungen. Bei mir lief das Spiel über die komplette Spielzeit ohne einen einzigen Absturz. Wer auf Nummer sicher gehen will, schaut vor dem Start kurz in den Wiki-Eintrag des Spiels — Dolphin dokumentiert bekannte Probleme pro Titel so gründlich wie kaum ein anderes Projekt.
Lohnt sich das gegenüber der echten Wii?
Klares Ja, mit einer Bedingung. Die Wii hängt per Component-Kabel bestenfalls mit 480p am Fernseher, und auf einem modernen Panel sieht das matschig aus. Dolphin rendert Galaxy in jeder Auflösung, die deine GPU hergibt, und das Spiel trägt HD erstaunlich gut: Das Art-Design war 2007 schon auf Zeitlosigkeit angelegt. Dazu kommen Savestates, die bei den kniffligeren Kometen-Missionen Nerven sparen.
Die Bedingung: Investier in die Steuerungsfrage, bevor du loslegst. Galaxy mit Gyro-Controller oder echter Wiimote am PC ist die beste Version dieses Spiels, die es je gab. Galaxy mit Maus und Tastatur ist eine Notlösung, die dem Spiel nicht gerecht wird. Die komplette Einrichtung mit allen Controller-Optionen haben wir im Wii-Setup-Guide für Dolphin Schritt für Schritt durchdekliniert.